Das „Bild“ vom Lehren / Lernen

Teil 1 der Überlegungen zu OER nach zwei Wochen COER. Links zu Teil 2 und Teil 3.

Eine Frage die ich hier stelle, hat sich schon in einiger meiner Beiträge am Forum „angekündigt“:

Nach welchen „Lehr- / Lernunterlagen“ suchen wir eigentlich? (Wir auch deshalb, weil ich ja selbst ebenso Seminare für verschiedenste Zielgruppen gestalte und immer auf der Suche nach spannenden & inspirierenden Bausteinen bin).

Dazu gehört zunächst eine andere Frage: Vom welchen Bild von Lehren / Lernen gehen wir aus? Ich persönlich bemühe mich mit wechselnden Erfolgen um einen konstruktivistisch & konnektivistisch geprägten Ansatz, der u. a. durch folgende Haltungen geprägt ist:

  • Jede Gruppe ist heterogen und daher ist dort vielfältiges Wissen und einen großen Pool an Ressourcen für verschiedenste Aufgabenstellungen zu finden
  • Lernen ist ein dialogischer Prozess – wobei „Dialog“ kein Zufall ist, aktive Unterstützung braucht
  • Gerade in einer Zeit der Informations(über)fülle: Wichtige Kompetenzen sind der selbstbewusste Umgang mit verschiedenen Medien bzw. ihren Gestaltungskonzepten, die Fähigkeit kritische Fragen zu stellen und jene, „Fundstücke“ aller Art kritisch betrachten sowie in neue Zusammenhänge bringen zu können
  • Wir sind Wesen, die grundsätzlich auf Kooperation ausgelegt sind, auch diese ist weder ein Zufall noch selbstverständlich – Lernen bedeutet ebenso, Kooperation zu ermöglichen, zu leben, zu teilen, sich gemeinsam am Weg machen und diesen aktiv (mit)gestalten
  • Lernen bedeutet also ebenso möglichst enge Bezüge zu eigenen Lebensrealitäten, zur Wahrnehmung von lokalen, regionalen und globalen Strukturen bzw. zu Wegen diese zu verändern

Insofern bin ich davon überzeugt, dass Suche nach verschiedensten „Lernunterlagen“ immer ein Stück weit gemeinsam von Lehrenden und Lernenden umgesetzt werden kann. Dieses „Suchen / Analysieren / neu Sortieren / Vergleichen“ und natürlich auch das „selbst zum/zur ProduzentIn“ werden ist ein Teil eines Prozesses, der immer auch ein Stück individuell geprägt ist. Gleichzeitig sind entstehende Ergebnisse – dies können auch neue Fragen sein oder der Eindruck, dass zu einem Thema „nix zu finden“ ist – nicht nur für die unmittelbar agierende Gruppe interessant. Und: In der Vernetzung mit anderen „außenstehenden“ Gruppen können ebenso ganz neue Ideen, Ergebnisse, Projekte entstehen…

Als Ergänzung siehe meine Überlegungen unter dem Schlagwort zweinullchancen

About cfreisleben

FH St. Pölten Projekt inverted classroom / E-Learning Berater, Referent, Trainer, Journalist www.improflair.at
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One Response to Das „Bild“ vom Lehren / Lernen

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